Donnerstag, 31. Mai 2018

12tel Blick mit Wilden Karden

Fotoprojekt - 12 mal im Jahr ein Foto vom exakt gleichen Standort aufgenommen 
Solch sonnige Tage wie diesen, bescherte uns der Mai fast durchgängig.
Grüntöne in vielen Schattierungen ersetzen nun das fast gleichmäßige frische Grün des Aprils.
... und an diesem Tag habe ich endlich einmal meine Lieblingswölkchen erwischt

Am Fuß des Habichtswalds - 26. Mai 2018 - 12:56Uhr

Der rote Pfosten wird übrigens optisch immer kürzer, weil die Gräser drumherum immens gewachsen sind. An der hellen Markierung kann man es gut erkennen. Ob sie im Juni wohl noch zu sehen sein wird?
Dieser ca. 8 m breite Feldrain ist das Wesentliche an meinem 12tel Blick, denn solche Ackerrandstreifen mit unzähligen Ackerwildkräutern sind bei uns nur noch ganz selten zu finden.


Eingerahmt wird der Feldrain von Weizenfeldern - jetzt kann ich es erkennen - ja, auch im Weizen findet sich das sanfte Morgentau-Grün! Aber es müsste dringendst mal ein paar Tage durchregnen! So sehr ich die Sonne auch liebe, die Natur bräuchte das Nass! Die andernorts heftigen Gewitter haben uns hier nur gestreift.



Jetzt gehe ich einmal etwas tiefer in diesen Ackerrandstreifen hinein bis zum nächsten roten Pfosten... und ihr seht, welche Vielfalt an Pflanzen hier üppig gedeiht und schon blüht!


 Diese, jetzt schon schräg stehenden, braunen Stängel im Hintergrund sind mein Ziel!


Im letzten Herbst hatte ich sie hier schon entdeckt, die Wilde Karde oder Weber-Karde - keine Distel -  ist eine 2-jährige krautige, bis zu 1,50 m hohe Pflanze, ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, auch als Heilpflanze seit dem Mittelalter in der Volksheilkunde bekannt.
... und weil ich wissen wollte, wie sie wächst, habe ich diesen Ort als mein 12tel-Blick-Motiv gewählt.



Jeden Monat werde ich nun ihr Wachstum verfolgen - hier die Draufsicht: kreuzgegenständige Blätter und überall Stacheln, jetzt noch weich.


Sie wird auch Zisternenpflanze genannt, weil die gegenständigen, unten verwachsenen Blätter ein Wassersammelbecken bilden, aus dem Vögel trinken  - oder auch Käfer ertrinken können! Bis auf eine Hummel und ein paar Fliegen waren dies übrigens die einzigen Insekten, die ich an diesem Tag hier, in diesem blühenden Biotop antraf!
Ich war richtig schockiert, als es mir schlagartig bewusst wurde!


Es war auf einmal wirklich unheimlich, kein Summen und Brummen um mich zu haben! Sehr betroffen habe ich mir dann aber noch einen dicken Strauß Margeriten mit nach Hause genommen.
Mehr Mai-12tel-Einblicke finden sich hier in Evas Blick-Sammlung.
... und vielleicht ist mein Beitrag auch für Ghislanas Natur-Donnerstag interessant...


Kommentare:

  1. Sind die hübschen Böcke denn ertrunken? Die Karden haben mich schon als Kind fasziniert, hat mir doch jemand gesagt, das seien Teufelswerkzeuge :-)
    Wenn ich deinen Beitrag so sehe, vermisse ich doch meine Fahrten in meine alte Heimat, da habe ich Flora & Fauna im Frühsommer auch immer gerne in ihrer Entwicklung verfolgt...
    Schön, dass du mich mitnimmst!
    Astrid

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  2. Die Maibilder muten schon ziemlich sommerlich an, was dann wohl der Trockenheit geschuldet ist.
    Hier ist es etwas feuchter und einen üppigen nächtlichen Gewitterregen hatten wir auch.
    Das Insektensterben kann einem wirklich Angst machen, aber ich sehe nicht, dass die Politik da mal wirksam und langfristig im Bereich Landwirtschaft durchgreift.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Oh wie schön, wilde Karden! Ich habe mir ganz bescheiden eine Einzige gekauft und im neuen Vorgarten versenkt. Habe gelesen, das sie sich reichlich vermehren, darum bin ich da vorsichtig rangegangen. Beim zweiten roten Pfosten sieht die Pflanzenwelt noch vielseitiger aus, sehr schön. Ich glaube, wenn das mit der Trockenheit so bleibt, kann man die helle Markierung Ende Juni noch sehen, weil irgendwann das Wachstum langsamer wird. Mal schauen, ob es so kommt :-)
    Liebe Grüße
    Karen

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  4. Liebe Ulrike,
    spannendes Motiv für das 12x im Jahr Projekt. Die Karden finde auch ich faszinierend und einfach nur wunderschön.
    Liebe Grüße
    moni

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  5. Wunderschön und sehr interessant, dein 12tel-Blick. Schön, dass es solche Biotope vereinzelt doch noch gibt. Erschreckend allerdings, dass auch dort die Insektenvielfalt zurückgegangen scheint.
    So einen Margaritenstrauß hätte ich bestimmt auch mit nach Hause genommen ;-).
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  6. Ein sehr interessantes 12tel Motiv hast du.
    Die Trockenheit ist auch bei uns ein grosses Problem.
    Fast jeden Abend sieht es nach Gewitter aus, zieht aber immer bei uns vorbei.
    L G Pia

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  7. Liebe Ulrike,
    dein schöner roter Pfahl fasziniert mich immer wieder aufs neue. Eine schöne Konstante in deiner Serie. Interessant ist auch, dass man an ihm gut sehen kann, welche Bilder du ungefähr zur gleichen Tageszeit aufgenommen hast und allemal lehrreich sind deine kommentierten Exkursionen in dein Bild hinein. Die Weberkarte ist mir auch noch in Erinnerung: meine Mutter hatte die oft in Trockensträußen verarbeitet und mit den Samen lassen sich tolle Undercover-Streetart-Projekte realisieren...
    Danke fürs mitnehmen und liebe Grüße,
    Tom

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  8. ich habe als kind viel mit karden gespielt.. ein naturlego :)))

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  9. Schön, dein zwölftel Blick! Auch der Wald im Hintergrund ist viel grüner geworden als noch einen Monat zuvor... Das mit den Insekten bzw. den "Nicht-Insekten" finde ich sehr schlimm! :-(
    Liebe Grüße Andrea

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  10. dass Weizen morgentau-grün in sich hat, merkt man auch nur wenn man an dieser challenge teilgenommen hat;) siehste mal, wie das auge dadurch geschult wird:)
    wilde karden, immer ein schönes fotomotiv...
    als ich aus wien zurückkam, war der garten nahezu kniehoch mit gräsern (nachdem es endlich mal geregnet hatte) und ich hab dann zum ersten mal dieses jahr gemäht (ich warte ja, bis sich die ganzen Frühblüher wieder gut zurückgezogen haben). musste aber eine margeriten-Insel um den Apfelbaum stehen lassen;) sie leuchten immer so schön in der Dämmerung... ins haus hole ich sie mir aber nicht, der Geruch ist mir zu unangenehm.
    hab ein schönes WE, möglichst ohne Unwetter (auch wir sind bisher glücklicherweise nur gestreift worden). ♥, johanna

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  11. Huhu .... ein schöner Spaziergang durch die Natur. Hast du ein Glück, dass du kein Großstadtmotiv gewählt hast, sonst könnten ja MENSCHEN drauf sein - das ist dann nicht mehr DSVGO-konform.

    Ich erhalte mittlerweile keine Mails mehr, wenn ein Kommentar eintrifft. Keine Ahnung, wie du es "repariert" hast. Du hattest ja auch mal das Problem, oder?

    Und zum Thema "digitale Vermusterung" muss ich beim Fliesenmuster noch mal was schreiben.

    Wir lesen uns. Liebe Grüße

    ela

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  12. Liebe Ulrike,
    das ist wirklich eine gute Wahl, dieser Abschnitt mit dem breiten Wiesenkräuterstreifen! Man kann sehen, wie es wächst und Deine Einzelbilder gewähren uns wunderbare Einblücke in dieses Stück wunderbare Natur!
    Hab ein wundervolles Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  13. Servus Ulrike,
    der "rote Pfahl" wird farblich immer markanter - sehr interessant und wohltuend der "Inspektionsgang" entlang des Feldrains!!
    Ein sonniges und erholsames Wochenende,
    Luis

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  14. Herrliche Fotos --- und der 12tel Blick füllt sich wieder ganz erfreulich--bald schon die Hälte! Die Zeit verfliegt! Was für eine genaiel Naturwiese. Ich hab grad einen Kursus für Essbare Unkräuter hinter mir und da wäre diese Wiese ein Paradies für mich ! Aber hier finde ich auch genug bei uns..nur die Zeit fehlt mir...
    vielleicht kann ich mir irgendwo im Internet Zeit bestellen im Angebot wenn möglich! Dass wäre fein! Hab auch unten kommentiert ....Du bist eine tolle Inspiration immer liebe Ulrike!
    Schön dass Du weiter bloggst.
    Bussi
    Susi

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  15. This was wonderful to see the natural plants and flowers. I thought at first the thistle type plant was our Teasel, but now I am not sure. Here we seem to have many more insects than in previous years, so I wonder why you were missing the hum and buzz, that is disconcerting. Glad you found some daisies to console you.
    And I echo Susi's comment that I also am glad to see that you are continuing blogging.

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  16. Margeriten sind uch meine Lieblingsblumen ! Sind immer schön !

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  17. Dein Plätzchen für den Blickwinkel entwickelt sich zu einem Prachtstück. Tolles Gewächs diese Karde! Leider habe ich es noch nicht geschafft sie auf dem Schulgelände anzusiedeln, aber mal sehen.
    Viele Grüße,
    Karin

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  18. Es ist interessant, wie unterschiedlich rot der Pfosten erscheint, je nach Lichtverhältnissen. Die satten Farben vom Mai gefallen mir sehr gut. Oops, ich hielt die Wilde Karde immer für eine Distel. Jetzt bin ich wieder ein bisschen schlauer. :)
    Wir haben in diesem Jahr auch weniger Insekten, auch wenn unser Insektenhotel noch gut besucht ist, vorwiegend von Wildbienen. An Käfern mangelt es und Schmetterlinge haben wir auch weniger als in den letzten Jahren. Die geringere Wespenmenge ist mir allerdings sehr recht. Die Wenigen haben aber schon gereicht, dass unsere beiden Kater jeweils einmal gestochen wurden und stark angeschwollene Beinchen hatten. Die Bienen hingegen sind viel friedlicher.
    Herzliche Grüße
    Julia

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  19. Es ist interessant, wie unterschiedlich rot der Pfosten erscheint, je nach Lichtverhältnissen. Die satten Farben vom Mai gefallen mir sehr gut. Oops, ich hielt die Wilde Karde immer für eine Distel. Jetzt bin ich wieder ein bisschen schlauer. :)
    Wir haben in diesem Jahr auch weniger Insekten, auch wenn unser Insektenhotel noch gut besucht ist, vorwiegend von Wildbienen. An Käfern mangelt es und Schmetterlinge haben wir auch weniger als in den letzten Jahren. Die geringere Wespenmenge ist mir allerdings sehr recht. Die Wenigen haben aber schon gereicht, dass unsere beiden Kater jeweils einmal gestochen wurden und stark angeschwollene Beinchen hatten. Die Bienen hingegen sind viel friedlicher.
    Herzliche Grüße
    Julia

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  20. Oh, ich iebe diese Karden auch udn bin gespannt über die weitere Dokumentation oder gar weitere Verarbeitung bei dir.
    LG Ute

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  21. Hmmm... eigentlich müsste es dort summen, brummen, schwirren und flirren... ja, das macht nachdenklich. Gut, dass es dein Streiferl gibt!

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