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Sonntag, 25. April 2021

Postkunst-Projekt: Frühlingspostkunst 2021

Collagrafie - Materialdruck 
Thema: Insekten
... wollen die beiden kreativen Köpfe Michaela und Tabea vom Postkunstwerkblog in diesem Frühling von uns sehen, und es haben sich wieder über 200 Teilnehmerinnen angemeldet!

Dieses Mal wird es großformatig: Ein mittig gefaltetes A3-Papier ergibt vier A4-Seiten, die mit Collagrafiedrucken gestaltet und letztendlich zu einem großen Buch gebunden werden sollen.
8 Personen pro Gruppe, doch es gibt da ja auch noch die traditionelle Tauschpost...
Mir war gleich klar: Das wird sehr zeitaufwändig!














Von Collagrafie hatte ich noch nie vorher gehört...das Wort Collage steckt mit drin...und nach ein paar Videos zur Info habe ich gleich losgelegt und spontan eine erste Druckplatte erstellt.
Grundplatte: ein stabiler Karton, beklebt mit diversem Material, nach dem ich nicht lang suchen musste. Klebstoff: schnell trocknender Holzleim Ponal-Express
Versiegelung durch 2-malige Lackierung, auch des Rückens und der Kanten


Und schon konnte das Probedrucken starten auf stets angefeuchtetem Papier!
Ein Klemmbrett erwies sich als sehr hilfreich, nichts konnte verrutschen und ich konnte immer mal schauen, ob überall auch Farbe abgedruckt war und wenn nötig, das Blatt nochmal senken, um noch einmal darüber zu reiben.
Nach Testdrucken auf ganz unterschiedlichen Papieren, habe ich mich dann entschieden, dünnes Reispapier zu verwenden. Mir gefielen die Beulen im Normalpapier einfach nicht, durch Höhenunterschiede der Collagematerialien aber unvermeidlich.


Erst danach habe ich noch mehrere kleine Druckstöcke geklebt, um noch mehr Materialien in ihrer Wirkung im Druck zu testen, wie Buchstabennudeln, Filzbuchstaben, Spitze, Obstnetze oder auch Fliesenkreuze.




Dieser imposante Geselle sieht noch so lebendig aus, ist er aber leider nicht mehr!
Ute hat ihn mir geschenkt im letzten Sommer, er lag schon leblos vor ihrer Haustür.
Der Hirschkäfer ist der größte unserer einheimischen Käfer,
und er sollte auch im Mittelpunkt meiner Insekten-Frühlingspost stehen.


Meine Hirschkäfer-Collage in Arbeit, kurz vorm Aufkleben
Zutaten: Rupfen, Webstoff, Schnur, Wellpappe, Strukturtapete, Pappe, Knöpfe und feines Knoblauchnetz für die Flügel
Dieses Mal habe ich darauf geachtet, dass die Materialhöhen in etwa gleich waren.


Die Druckfarbe, eine Mischung aus Acryl-und Linolfarbe + Retarder, habe ich vor jedem Druck mit dem Pinsel auf alle erhabenen Teile aufgetragen, dann 3 Lagen Papier ins Klemmbrett gespannt: Reispapier, Seidenpapier, Kopierpapier - darüber ein Tuch und dann die Farbe mit den flachen Fingern regelrecht aufgestreichelt.


Nächster Schritt: Hintergrundgestaltung der ersten Seite mit Acrylfarbe und Schablone


Mit einem selbst gemischten Buchbinderleim (Bastelkleber + Kleister im Verhältnis 1:1) ließen sich meine (gerissenen) Drucke schön glatt aufbringen.


Tada! Seite 1 ist geschafft!
Natürlich durfte der wissenschaftliche Name nicht fehlen, gestempelt.
Fig. und das Männlich-Zeichen hatte ich noch geschnitzt...

Auf der Blattrückseite krabbeln ein paar Stempelabdrücke meines, vor 2 Jahren im Rahmen einer Insta-Challenge 'Inksektober' geschnitzten Hirschkäfers, dazu noch ein paar Infos zu diesem Krabbeltier und einem echten Eichenblattabdruck.



Die Hintergründe für Seite 3 liegen bereit,
gestaltet wieder mit gespachtelten Acrylfarben, Zahlen und Schrift sind Stempelabdrücke


Wenn auch schnell 'zusammen gehauen', so schlecht fand ich meinen Prototypen dann gar nicht, und so er durfte auch mit in meinen Postkunstbeitrag.


Auf der Rückseite Bockkäfer-Gekrabbele, darunter auch wieder ein Selbstgeschnitzter...


Alle vier Seiten, außen und innen


Kartengrüße an alle mit der schielenden Gottesanbeterin...


Käferschablonierte und passend frankierte Umschläge
rundeten dann meine Frühlingspost ab und machte sich als Nr. 3 meiner Gruppe 9 auf den Weg, inklusive der vorab verabredeten Tauschpöste.





Es kamen noch so nette Tauschanfragen bei mir an, doch hatte ich keine Kraft und Material mehr für weitere Doppelseiten, aber ein paar große Postkarten hab ich dann doch noch verschickt, gearbeitet aus Restpapieren und Seidenpapierdurchschlägen.



Zum Schluss noch ein Blick auf die beiden Hauptakteure, die Käfer-Druckplatten nach getaner Arbeit.



So schöne Krabbler und Flügler sind auch schon bei mir gelandet, die ich auf jeden Fall noch vorstellen werde, vielleicht auch erst, wenn das Insektenbuch schon gebunden ist.

Mein Dank fürs Projekt geht natürlich wie immer an die wunderbaren Organisatorinen vom Postkunstwerk  <<< wo man sich die schönsten Insektenspezies anschauen kann....
oder noch mehr auch hier auf Instagram #frühlingspost2021

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Postkunst-Projekt - Advents-Postkunst 2020

Winterspaziergang im Monoprint/Glasscheibendruck
in Winterfarben
...lautete das spannende Thema der diesjährigen Advents-Postkunstaktion von Tabea und Michaela.
Da wollte ich natürlich unbedingt dabei sein, denn diese Technik war noch neu für mich! Über 250 Teilnehmer hatten sich diesmal angemeldet und präsentieren nun, die ganze Adventszeit hindurch, ihre Ideen dazu mit ganz wunderbaren und so unterschiedlichen Ergebnissen.
Vorgabe: Kartengröße 12,5 x 17 cm im Hochformat









Erste Versuche mit Linolfarben auf der Glasplatte hatte ich schon gemacht und die Möglichkeiten ausgetestet.


 Jetzt fehlte mir nur noch ein geeignetes Motiv...


...lang hat's gedauert, bis mir meine geliebte Wilde Karde in den Sinn kam, deren trockene, stacheligen Blütenstände auch im Winter noch stehen.

Ihr werdet die Bilder vielleicht noch in Erinnerung haben, die ich schon häufig hier im Blog gezeigt habe.


Zunächst habe ich eine Zeichnung im Kartenformat angefertigt...


... diese dann gespiegelt auf Transparentpapier übertragen. 
Folgende Werkzeuge habe ich zum Durchreiben benutzt, einen weichen und einen harten Bleistift, Modellierwerkzeug, sowie auch meine Daumennagel!


Meine Mischfarben: ein helles rötliches Braun und ein Petrolblau


Tests mit verschiedenen Papieren
Entschieden habe ich mich für ein naturfarbenes Vorsatzpapier, der Struktur wegen



Der erste Druck mit Rotbraun war geschafft - nun das Ganze noch einmal mit Blau darüber.
Trotz Fixierung meiner Zeichenvorlage, sind die Linien mal mehr, mal weniger verrutscht, was ich aber sehr reizvoll finde.
Den Bildrand habe ich übrigens mit dem Daumennagel gezogen, man sieht es hier....


Die Glasplatte nach dem Drucken...


Plattenreinigung mit Sprühwasser, das ergab noch jede Menge Abklatsche....


Nach dem 2. Drucktag hatte ich wirklich Muskelkater in Fingern und Händen - mein Motiv war einfach viel zu aufwändig für solch eine Massenproduktion von 25 Karten plus noch ein paar Tauschpöste!


Nun waren alle Bätter auf Karton gezogen, die Kanten konnten beschnitten werden.


Die Postkunst-Projekte bedeuten ja Rundum-Gestaltung - auch die Rückseite soll etwas hermachen!



Welch ein tolles Gefühl ist es doch immer, wenn die Arbeiten versandbereit vor einem liegen!



Meine erhaltenen Postkunstkarten hängen wie immer im Wohnzimmer hinterm Sofa - immer im Blick! Hier zeige ich meine fantastische Kartengalerie bis Nr. 14 der Gruppe 2 - inzwischen hat sich die Reihe schon sehr erweitert und ist fast vollständig. Ein Komplettfoto werde ich sicher noch auf Instagram präsentieren, wo auch die schöne Tauschpost mit dabei sein wird.
Gerade in dieser so bedrückenden Zeit ist dieser Austausch ein Riesengeschenk! Danke!



Mehr Einblicke sind im Postkunstwerk zu finden oder bei Instagram unter den Hashtags
#adventspost2020   #glasscheibendruck   #winterspaziergang #postkunstwerkblog

Mit einem Weihnachtsregenbogen, gestern beim Einkauf gesehen, wünsche ich euch ein schönes, gemütliches Weihnachten in kleinem Kreis!
Dieser Regenbogen hat mir Glück gebracht, denn erst gestern Abend hat ein Test ergeben, dass ich nicht allein feiern muss, dass meine Hamburger Kinder kommen können.



Montag, 21. September 2020

Sommerpost 2020 - Meine Briefmarken-Post in der Entstehung

BRIEFMARKE INS BLAUE

... lautete das tolle Thema der diesjährigen Sommer-Post, einer Postkunst-Aktion, wieder erdacht und organisiert von Michaela und Tabea.
Es ging darum, einen Stempel zu schnitzen in vorgegebenem Briefmarken-Format - die Marke sollte dann auf einer gestalteten Postkarte abnehmbar, kreativ platziert werden.
Die Gruppenlisten, jeder Teilnehmerin zugeschickt, enthielten den Termin zur Versandwoche.
Erst als Letzte war ich nun auch an der Reihe und zeige hier, wie meine Sommerpost entstanden ist und natürlich auch, womit ich selbst beschenkt wurde.


Bei meinem Motiv musste ich nicht lang überlegen - ich wollte eine blaue Katze schnitzen!
Mein Model: Eine der wunderbaren Warhol-Miezen, die ich so liebe (Zeichnungen v. 1954).
Natürlich sollte es ein getigerter Kater sein, so, wie meiner früher einer war,
eine ziemlich fummelige Angelegenheit in diesem kleinen Format von 5x7,5 cm.


Gestempelt auf Aquarellpapier mit wasserfester Farbe
Den Rand hatte ich zunächst noch glatt gelassen, damit die Zackenschere den typischen Briefmarkenrand nach dem Bemalen schneiden konnte.




Hier nur eine kleine Auswahl meiner blauen Miezen...
Sie sind alle unterschiedlich geworden, weil ich mich einfach nicht für eine Farbversion entscheiden konnte, koloriert mit Aquarellfarbe.


Da der Sommer so herrlich war, konnte ich fast alle Arbeiten zur Sommerpost auf dem Balkon erledigen, so auch die Produktion der Hintergrund-Karten in A6-Format.
Technik: Dylusions-Inkspray auf Folie, mit Wasser besprüht und einen Abklatsch genommen


Schwelgen in Blautönen!
Auch hier sind die Ergebnisse alle unterschiedlich.


Nächster Schritt: Aufnähen von durchsichtigem Vellumpapier, welches die Briefmarke aufnehmen sollte ...
(...wie ich es schon im Juni für den Mittwochs-Mix 'Fragment und Faden' gezeigt hatte).


Jetzt konnte ich die Katzen-Marken farblich passend einstecken - schon mal ein gutes Gefühl, so weit gekommen zu sein!
Wie man sieht, habe ich weit mehr hergestellt, als 9 Karten für die Gruppe, aber ich hatte natürlich vor, mit vielen Postkünstlerinnen zu tauschen!


Zur Postkunst gehört auch immer ein wenig 'Beiwerk'.
Meine Idee, ein paar abgestempelte Briefmarken zum selbst Ausmalen dazu zu legen...vielleicht die Katz in Pink oder Grün?! (...ein paar Schmetterlinge waren auch dabei)
Ihr seht, inzwischen habe ich den Zackenrand mit dem Linolwerkzeug geschnitten.




Vorletzter Schritt: Das Gestalten der Briefumschläge
Auch hier habe ich wieder eine schnelle Technik angewandt, erneut ein Farbabklatsch, dieses Mal mit DistressOxide-Stempelkissen. Auch der alte 'Post verbindet'- MailART-Stempel kam zum Einsatz.




Ein großartiger Moment ist es jedes Mal, den dicken Stapel Postkunst-Arbeit der Post anzuvertrauen!




Insgesamt waren 165 Kreative am Werk, aufgeteilt in 18 Gruppen zu 9 Personen!
Dies sind die wunderbaren 'Briefmarken ins Blaue' meiner Gruppe 7.
Im Instagram-Beitrag habe ich die Namen der Künstlerinnen eingefügt....


... und diese Marken habe ich im Austausch mit meiner Katz bekommen!
Von der Vielseitigkeit aller Ideen bin ich absolut begeistert - die Künstlerinnen seht ihr HIER.
Überhaupt, es war ein großer Spaß dabei gewesen zu sein, und am liebsten hätte ich mit allen getauscht.
Noch mehr Sommerpost findet ihr im Postkunstwerk Blog oder unter #briefmarkeinsblaue


Danke für's Projekt, liebe Michaela und Tabea!
Nicht nur das Briefmarken-Thema war ein großer Wurf im blauen Sommer - auch euer tolles neues Buch, in dem sogar ein kleines Stückchen von mir drinsteckt!