Freitag, 26. Mai 2017

D wie Documenta im Alpha-Stempelswap

ML - Stempel-Langzeitprojekt - Thema: Alphabet
Gerade bearbeite ich schon das E, aber hatte das D vom April ja noch gar nicht gezeigt...
Meine Motiv-Idee für die Karten stand schnell fest: D wie Documenta,
das diesjährige Logo wollte ich haben! Doch welches ist eigentlich das aktuelle Logo?


Offensichtlich gibt es aber für die D14 kein richtiges Logo, sondern nur verschiedene visuelle Statements, wozu auch die plakative Posterschrift zählt, gesehen auf einem Plakat in Athen.
Auch die Eule zählt dazu: Der verdrehte Kopf steht für einen gewünschten Perspektive-Wechsel.
Mir hat's Spaß gemacht, beides zu schnitzen.


Dann hingen in der Stadt plötzlich diese hellgelben Plakate mit der doppelten grafischen 14 -
Diese stempelte ich dann noch auf die Kartenrückseite, was übrigens schwieriger war, als es aussieht.


Vorder- und Rückseiten meiner 8 Tauschkärtchen, alle handgestempelt, 
nichts gedruckt, nichts geklebt, wie unsere Regeln es wollen.



Drei davon habe ich noch übrig...also, wenn jemand eines haben mag...




Links:
der Dalmatiner, eine Bonus-Card für Heidi, die den Tausch immer so toll abwickelt ...


rechts:
ein Doppel-Decker nur für mich aus Spaß auf einem Hintergrund aus dem Fundus.


Mittwoch, 24. Mai 2017

Heute mal geknotet und Sunprint-Mandala

Woche 4 mit Bändern und Knoten im Muster-Mittwoch
Bisher hatte ich ja nur gebändert - vielleicht sind mir Knoten auch nicht so sympatisch, vor allen Dingen dann, wenn sie zu fest sind und ich sie nicht auffummeln kann, zum Beispiel bei schönen Geschenkbändern, die ich nicht aufschneiden will...



Lang schon wollte ich wieder einmal Sunprints machen, auch auf unterschiedlichen Stoffen testen. Erst einmal hatte ich es im letzten Sommer beim Paradiesbuch-Cover probiert - warum nicht auch mal mit Knoten als Muster...

Gleich vorweg: 
Mit den verknoteten Kordeln oben klappt diese Technik nicht, sie liegen nicht plan genug auf, sodass das Ergebnis ziemlich konturenlos wird, wie rechts zu sehen ist.

Karton ginge zwar auch, aber Ideal sind Schablonen aus Kunststoff, die durch die flüssige Farbe nicht aufweichen können. Also habe ich mir einen dekorativen Knoten ausgesucht und aus Folie geschnitten. So habe ich auch gleichzeitig einen ersten Beitrag für die Papierliebe am Montag, wo Susanne in diesem Monat Scherenschnitte sammelt.




 Und so geht's:

Auf einer wasserundurchlässigen Unterlage wird der Stoff mit Farbe getränkt.
Ich habe Johannas Tipp mit der Seidenmalfarbe aufgegriffen und meine uralten Javana Bügelfarbenreste, bestimmt schon 30 Jahre alt, hier verbraucht. Die Schraubgläser hebe ich auf zum Farbenmischen.

Dann werden die Schablonen flach aufgelegt, manche Stellen fixiere ich noch mit Stecknadeln. Dann ab auf die Fensterbank, jetzt darf die Sonne arbeiten, die den Stoff trocknet. Dabei wird von den abgedeckten Bereichen die Feuchtigkeit, und damit auch die Farbe, abgezogen, sodass sich diese Stellen später hell abzeichnen. Es funktioniert auch, wenn die Sonne nicht scheint, dauert nur länger.




Der schönste und spannendste Moment kommt immer dann,
 wenn alles trocken ist und die Schablonen abgehoben werden.


Weiberknoten-Sunprints auf verschiedenen Stoffqualitäten:
links oben: dünnes Bettlaken, unten: altes Leinen, rechts oben: sehr locker gewebte Rohseide. Sind die Gewebe sehr locker, trocknet der Stoff wesentlich schneller und demzufolge wird das Schablonenmuster nicht so hell. Auch eine neue Erfahrung!


Ja, was mache ich nun mit meinen Stoffproben?
Hier habe ich sie schon mal digital zusammen gestickt.















Und weil's gerade Montag war, lag es nahe, mein Montags-Mandala auch in dieser Technik zu legen.
Aus Folienschnipseln schnell noch ein paar Elemente und Kreise geschnitten - probeangeordnet und und einen Sunprint gemacht. Ich weiß gar nicht, ob Mandalas eigentlich vergänglich sein müssen...?     Egal, die Knoten gehen jetzt zu Michaelas Sammelliste.

Sonnendruck-Mandala Nr. 19


Montag, 22. Mai 2017

Natur erleben - Reptilien-Exkursion

Die Mai-Exkursion unserer DGHT-Stadtgruppe führte uns in diesem Jahr
nach Rheinland-Pfalz, in die Umgebung von Bad Münster am Stein. Das milde, regenarme Klima dort, mit fast mediterranen Bedingungen und naturbelassenen Flussläufen bietet noch einen idealen Lebensraum für inzwischen ganz seltene Reptilien, deren Habitate wir erkunden wollten.
Im vergangenen Jahr wollten wir die Äskulapnatter finden - ich hatte hier davon berichtet,
bei dieser Unternehmung galt unser Hauptinteresse der kaum bekannten Würfelnatter.


Start in Kassel - der Kleinbus wartete schon am Ottoneum (Deutschlands ältestes Theatergebäude, heute Naturkundemuseum), - über 3 Std. Fahrt gen Süden, vorbei an Wiesbaden und bei Bingen ging's über den Rhein ins schöne Nahetal.
Bei Schloßböckelheim stießen noch andere Interessierte dazu, sowie auch unser ortskundiger Exkursionsleiter, ein junger Biologe, Leiter der Naturstation Bad Münster.


Zunächst hieß es, den Felsenberg zu 'bezwingen', den Weinberg hinauf, vorbei an Weinreben, deren erster Austrieb dem Nachtfrost Ende April zum Opfer gefallen war.
Oben angekommen, sieht man erst richtig, wie steil diese Hänge doch sind!





Der Aufstieg hat sich gelohnt: Jede Menge so netter Mauereidechsen sonnten sich hier in der warmen Vormittagssonne, diese hier, graubraun gezeichnet, auf dem roten Mauerpfeffer.
Darunter eine dem Felsen farblich angepasste Mauereidechse, die gerade aus einem Spalt lugte.



Wie toll, eine Schlingnatter oder auch Glattnatter genannt! Unser 'Schlangenfinder' Lucas hatte sie entdeckt und gleich eingefangen, sonst wäre ein Foto kaum möglich gewesen. Diese ungiftigen Schlangen sind zwar in ganz Deutschland verbreitet, doch so scheu, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt. Sie sind übrigens lebendgebärend, legen keine Eier.


Natürlich durfte sie sofort wieder in Freiheit!
1 - 2 - 3 ...  nur für einen ganz kurzen Moment war die Schlingnatter (ca. 80 cm lang) noch in voller Größe zu sehen, bevor sie sich in Sekundenschnelle vor uns Menschen wieder in Sicherheit brachte.




Ein Tages-Highlight, die farbenprächtigen Smaragdeidechsen hier zu entdecken, unsere größte Eidechsenart, die bis zu 40 cm lang werden kann und leuchtend giftgrün gefärbt ist! 
Hier ein Jungtier, noch in 'Tarnfarben'.



Ich war total begeistert, auch 2 ausgewachsenen Smaragdeidechsen zu sehen! Diese hier war bestimmt 35 cm groß, aber ruck-zuck hatte sie sich wieder versteckt





KLICK 


Sie lebt in der Naturstation
von Bad Münster und befindet sich gerade in der Häutung.
Aber hier kann man die tolle Türkisfärbung am Kopf gut sehen. Es sind doch wunderschöne Tiere, oder -  und leben sogar bei uns in Deutschland!




Weiter ging es dann mit dem Bus durch die Weinberge nach Bad Münster am Stein.
Schlange-Stehen für ein Eis...

Rechts der Blick auf den berühmten Rheingrafenstein mit Burgruine  aus dem Mittelalter - leider hatte sich die Sonne inwischen hinter Wolken versteckt.

Dann noch ein Besuch der Naturstation, wo einheimische, vom Aussterben bedrohte Reptilien gepflegt werden...

Die schöne Nahe, linker Nebenfluss des Rheins (lat. nava, ursrünglich keltisch wilder Fluss) mit naturbelassenen Uferbereichen.  Hier ist alles ausgewiesenes Naturschutzgebiet  und einer, von nur noch drei, voneinander isolierten Habitaten der stark vom Aussterben bedrohten Würfelnatter.




Und wir hatten Glück, konnten tatsächlich etliche Würfelnattern beobachten!
Es sind ungiftige, kleine Wasserschlangen, die sich ausschließlich von Fischen ernähren, lediglich zum Sonnen und zur Eiablage halten sie sich an den Uferbereichen auf.






Ans Ufer kam man gar nicht heran - gut so - aber von oben konnten wir die Tier gut beobachten.

Dieses Schlangenbaby ist im August 2016 geschlüpft und hat seinen ersten Winter gut überstanden - gut zu erkennen die Würfelzeichnung.




Auch hier tummelten sich viele Mauereidechsen...



Es war rundum ein aufregender, ergiebiger Exkursionstag mit Wetterglück nach zuvor 2 kühlen, verregneten Wochen. Vielleicht gibt es ja ein paar Reptilienfreunde, die ein wenig Freude an meinem Bericht und den Bildern dieser geschützten, faszinierenden Tiere haben.